Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig e.V.
Freitag, 1. Dezember 2017

„Braunschweig zeigt, wie es geht“ – Jubiläumsinterview mit Dirk Dunkelberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes


„Klein angefangen… groß rausgekommen“. Das ist das Motto des Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig im Jubiläumsjahr. Zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Tourismuswirtschaft, Gastronomie und Kulturschaffenden in der Löwenstadt haben sich mittlerweile herumgesprochen – auch bis nach Berlin.

Hier hat der Deutsche Tourismusverband e. V., Dachverband des Deutschlandtourismus, seinen Sitz. Dirk Dunkelberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DTV, war aus der Hauptstadt angereist, um dem ATB zum Jubiläum zu gratulieren. Im ATB-Interview spricht der Tourismusexperte über die aktuellen Trends im Tourismusbereich und erklärt, warum der ATB deutschlandweit einzigartig ist.

Herr Dunkelberg, wo steht Braunschweig als Destination im Deutschlandtourismus?

Mit deutschlandweit 82 Milliarden Euro Umsatz und 1,5 Millionen Beschäftigten ist und bleibt der Städtetourismus das Tourismus-Zugpferd schlechthin. Braunschweig ist hier sehr gut aufgestellt, denn die Stadt verfügt über eine bedeutende Geschichte, ein vielfältiges Kulturangebot, tolle Naherholungsgebiete und eine attraktive Einkaufslandschaft mit einer lebendigen Innenstadt. Die Zahlen sprechen für sich: Über 600.000 Übernachtungen, das ist schon ein dickes Pfund. Deutschlandweit liegt Braunschweig damit im guten Mittelfeld mit starker Tendenz nach oben.

Wo liegen die aktuellen Tourismustrends, welche Perspektiven hat Braunschweig?

Kunst und Kultur sind die Themen, die deutschlandweit ziehen und auch auf ganze Regionen ausstrahlen, Kultur macht Gäste neugierig. Früher sagte man immer: Kulturtourismus ist Städtetourismus. Mittlerweile ist Kulturtourismus auch Regionaltourismus, regionale Wirtschaftsförderung und damit Regionalentwicklung. Braunschweig nimmt die ganze Region mit und hat deshalb touristisch genau den richtigen Ansatz. Ebenfalls im Trend: Shopping mit Erlebnischarakter. Braunschweig bietet beste Voraussetzungen, um diesen Trend aufzunehmen. Wenn Braunschweig in Zukunft auch an den Wochenenden die Kapazitäten weiter ausbaut und dazu noch mehr ausländische Gäste gewinnen kann, dann sind in 10 Jahren die angestrebten 1,2 Millionen Übernachtungen machbar. Dabei muss man nicht immer auf jedes digitale Pferd setzen. Die digitale Transformation als Megatrend im Tourismusgewerbe bedeutet vor allem, digital und analog gemeinsam zu denken.

Neben einer AG Hotel und einer AG Marketing ist eine AG Kultur fester Bestandteil des Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig. Der touristische Einzelfall oder die Regel?

Eine AG Kultur gibt es in Deutschland nur vereinzelt, weil es leider nach wie vor Berührungsängste zwischen Kulturschaffenden und Tourismuswirtschaft gibt. Ein Grund ist die Veranstaltungsplanung. Die Tourismuswirtschaft möchte gerne so früh wie möglich Kulturtermine an die Kunden kommunizieren. Das können Kultureinrichtungen mit dem gewünschten Vorlauf nicht immer leisten. Genau dort muss man ansetzen und sich regelmäßig austauschen, um gemeinsam Produkte zu entwickeln, von denen Kulturschaffende, Tourismuswirtschaft und Touristen gleichermaßen profitieren. Hier ist die AG Kultur im Arbeitsausschuss Tourismus beispielhaft.

Was zeichnet für Sie den Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig aus?

Die Zusammensetzung des ATB ist wirklich einzigartig. Im ATB sind alle Akteure dabei, die für einen nachhaltigen und erfolgreichen Tourismus wichtig sind. Hotels und Gastronomen, der Einzelhandel und Tourismusdienstleister, die Kulturschaffenden. Genau diese Akteure gehören an einen Tisch, genau diese Akteure sind zentral für die Fortentwicklung des Tourismus. Der ATB ist Best Practice für einen aufblühenden Städtetourismus. Braunschweig zeigt, wie es geht.

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