Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig e.V.
Mittwoch, 4. November 2015

Eine „tolle Geschichte“- zum zweiten Mal auf Zeitreise in unserer Region

014Am 14. Oktober fand die diesjährige ATB-Tagesexkursion statt. Die zweite Fahrt „in das Zeitreiseland“ der TourismusRegion BraunschweigerLAND e.V. führte zunächst nach Bad Gandersheim und anschließend in das Schloss Salder nach Salzgitter. Wir durften die beiden attraktiven „ZeitOrte“ und Reiseziele im Braunschweiger Land mit ihrer reichen, wechselvollen Geschichte näher kennen lernen.

Noch bevor es auf Zeitreise ging, konnte man sich beim opulenten Frühstücksbüffet im Arcadia Hotel PlayOff schon auf kulinarische Reise begeben: ein solides englisches Frühstück legte bei vielen ATB-Mitgliedern den Grundstein für die ersten morgendlichen Tischgespräche und lieferte die nötige Power für den bevorstehenden Tagestrip.

Um 9:30 Uhr ging es dann los in Richtung Bad Gandersheim, die locker-entspannte Frühstücksatmosphäre fand ihre Fortsetzung im Bus der Firma Mundstock. Und wer sich nicht nur an englischem Frühstück, sondern auch an englischem Wetter erfreut, der kam voll auf seine Kosten: draußen regierten Nebel und Nieselregen. Im Übrigen meteorologisch eine klare Verbesserung zur letzten ATB-Fahrt, denn da kam auch noch Sturm hinzu. Im voll klimatisierten Reisebus begrüßt Wieslaw Puzia derweil die Mitfahrer und stellt die neuen ATB-Mitglieder vor. Steigende Mitgliederzahlen (zurzeit 82), gelungene Projekte wie der Kulturstadtplan und das kommende Weihnachtsgeschäft sorgen beim ATB-Vorsitzenden für gute Laune. Auch Edgar Wernhardt (Leiter ATB-Geschäftsstelle) trotzt dem trüben Wetter („dafür bin ich nicht zuständig“) und wünscht der Reisegruppe eine tolle Fahrt und kurzweilige Gespräche. Die sind bereits in vollem Gange, als Thomas Ostwald, Experte für die Geschichte des Braunschweiger Landes und Heinrich den Löwen, das Mikro ergreift. Wir nehmen nicht nur überrascht zur Kenntnis, dass Heinrich der erste „Tourismusfachmann“ Braunschweigs war (und der Kriegszug offenbar der Adventure-Urlaub des Mittelalters), sondern erfahren auch, dass die historische Verbindung zwischen Bad Gandersheim und Braunschweig maßgeblich auf Heinrich den Löwen zurückgeht: „Wir durchfahren gerade die Reste von Heinrichs Reich“.

In Bad Gandersheim werden wir in der historischen Stiftskirche von Bürgermeisterin Franziska Schwarz empfangen. Dass direkt vor dem Sakralbau aus dem 9. Jahrhundert einmal im Jahr die bekannten Gandersheimer Domfestspiele stattfinden, wissen die meisten. Was genau es mit der Geschichte von Stadt und Stiftskirche auf sich hat, verrät uns Thorsten Henke vom Portal zur Geschichte, das wir mit ihm zusammen betreten. Warum Stift und Stadt Bad Gandersheim von so großer historischer Bedeutung sind? Weil Stiftsgründer Liudolf und seine Frau Oda hier das Adelsgeschlecht der Ottonen begründen, das kurze Zeit später vier Kaiser des ostfränkisch-deutschen Reichs stellt: Otto I., der Große, ist Liudolfs Urgroßenkel. Außerdem wirkt hier im 10. Jahrhundert die Namenspatronin der Roswitha-Stadt Bad Gandersheim. Roswitha, Kanonissin im Stift Gandersheim gilt als erste deutsche Dichterin. Später wurde der Kontakt zu den Welfen gesucht, Liudolf sogar zu deren Stammvater erklärt. Eine Welfin ist es auch, die Stift und Stadt auf dem Gebiet des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg zu einer weiteren Blüte im 18. Jahrhundert führt, Elisabeth von Sachsen-Meiningen. Sie ließ den prächtigen Kaisersaal im Barockflügel der Abtei errichten, die nächste Station auf unserem Gang durch das Portal zur Geschichte.

Mit dem Bus geht es dann zur nahen Klosterkirche Brunshausen. Auf dem Klosterhügel wurde 852 das Gandersheimer Frauenstift gegründet. Strenge Enthaltsamkeit ist hier heutzutage zum Glück kein Thema mehr, auf die Exkursionsteilnehmer wartet im Klostercafé ein leckeres Mittagessen. Im Anschluss stehen die Ausstellung „Starke Frauen – Feine Stiche“ in der Klosterkirche und das beeindruckende Kunst- und Mineralienkabinett im Sommerschloss Brunshausen auf dem Programm. Um 14:00 Uhr verlassen wir Bad Gandersheim mit einer Fülle neuer Eindrücke. Die Stadt stellt zwar den südlichsten Zipfel des Braunschweiger Landes dar – aber sie steht mit ihren kulturellen und touristischen Highlights alles andere als im Abseits.

Ein weiteres Highlight der Region ist das Schloss Salder, das in diesem Jahr ebenfalls Teil der Exkursion ist. Daniela Happ von der Wirtschaftsförderung Salzgitter ist bereits vor Ort und begrüßt die Reisegruppe. Bekannt für Veranstaltungen wie den Kultursommer oder den Adventsbasar, beherbergt das Schloss im Stil der Weserrenaissance auch das Städtische Museum der Stadt Salzgitter. Was wird hier gezeigt? „Salzgitter vom Urschleim bis heute“, lacht Christine Kellner-Depner, die uns durch das Museum führt. In der Tat: von der frühen Erdgeschichte und den Dinosauriern über den neuen Eiszeitgarten und das Mittelalter bis hin zur Industriegeschichte – hier gibt es jede Menge zu sehen. Die Modelle und Schaubilder sind im Übrigen auch für Kinder ein Erlebnis – von dem Spielzeugmuseum im Obergeschoss ganz zu schweigen. Natürlich auch ein wichtiges Thema im Museum: das Salz. Der Name Salzgitter kommt schließlich nicht von ungefähr, der Salzabbau war zentral für die Entwicklung der Stadt im Mittelalter.035

Nach so viel Salz ist es Zeit für etwas Süßes. Im Café-Restaurant des Museums gibt es Kaffee und Kuchen, um den Kulturgenuss in Salzgitter auch kulinarisch abzurunden. Danach geht es zurück nach Braunschweig, wo wir den Tag im Arcadia Hotel PlayOff bei feinen Snacks und guten Gesprächen gemeinsam ausklingen lassen.

Jan Engelken

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