Arbeitsausschuss Tourismus Braunschweig e.V.
Dienstag, 20. August 2019

Bericht ATB Floßfahrt 2019

Bereits die erste Floßfahrt im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg, und schon damals war klar: Dieses Format wird in Serie gehen, zumal die Teilnehmerzahl auf einem Floß naturgemäß begrenzt ist und jedes Mitglied mindestens einmal die Möglichkeit erhalten soll, in entspannter Runde abseits ordnungsgemäßer Mitgliederversammlungen in kreativen Austausch untereinander und mit dem Vorstand zu gehen. Und so stand auch die zweite Fahrt am 15. August unter dem Motto: Wie gestalten wir gemeinsam den ATB der Zukunft?

 

Um es gleich vorwegzunehmen: Diese zweite Floßfahrt hat nie stattgefunden. Zumindest nicht im eigentlichen Sinn. Denn starke Regenschauer machten dem ursprünglichen Plan einen Strich durch die Rechnung. Doch der ATB wäre nicht der ATB, wenn er nicht auch unter widrigen Umständen und mit begrenzten Mitteln immer das Beste aus jeder Situation herausholen würde. So auch diesmal: Warum in die Ferne schweifen und sich durch Prunkbauten am vorbeiziehenden Ufer vom kreativen Austausch ablenken lassen, wenn die Brücke am Anleger des Gastgebers OkerTour einen ungestörten Aufenthaltsort für den Abend abgibt? Und so blieb die 20-köpfige Reisegruppe diesmal einfach stationär, was ihrer Produktivität keinen Abbruch tat.

 

„Wir möchten einmal ganz direkt Ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge hören, um den ATB noch besser zu machen“, begrüßte ATB-Vorstand Wieslaw Puzia die Anwesenden und ergänzte augenzwinkernd: „Damit Sie das Geld nicht bereuen, das Sie jährlich in den ATB einzahlen.“ Abschließend verwies er auf das derzeitige Hauptanliegen des ATB, das sich klar aus der ersten Floßfahrt im vergangenen Jahr herauskristallisiert hätte, nämlich eine Verbesserung der internen wie auch externen Kommunikation des Vereins sowie das Erscheinen der Smartphone-App zu diesem Zweck im Lauf des Septembers.

 

Auch Edgar Wernhardt, Leiter der ATB-Geschäftsstelle, betonte die gewünschte Offenheit der Gesprächsrunde und äußerte die Hoffnung, „dass auch heute wieder jedes Mitglied einfach frei von der Seele spricht“. Es gehe darum, den ATB gemeinsam zu gestalten, um ihn sicher für die Zukunft aufzustellen. Zumal mit Wernhardts Ausscheiden im Jahr 2021 auch personelle Herausforderungen auf den Verein zukämen. Die Fragen, die er heute gemeinsam mit Nina Bierwirth jedem Teilnehmer stellen werde, seien also „Was gefällt Ihnen am ATB und was nicht?“ sowie „Können Sie sich eine aktivere Rolle im Verein vorstellen?“.

 

Nach einer kurzen Essenspause begann schließlich die moderierte Diskussionsrunde. Dazu ein kurzer Rückblick: Die von den Teilnehmern der ersten Floßfahrt geäußerte Kritik betraf nahezu einstimmig das Thema „Kommunikation“. Nicht nur eine stärkere Kommunikation nach außen, sondern in erster Linie die Schaffung effektiverer Kommunikationsstrukturen innerhalb des Vereins – vertikal zwischen Mitgliedern und Vorstand und horizontal unter den Mitgliedern. Zu oft schon habe man das Gefühl gehabt, nicht zu wissen, was beim Vorstand aktuell auf der Agenda steht oder was andere Mitglieder gerade beschäftigt. Gewünscht wurde eine stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten, vom Bereitstellen der Sitzungsprotokolle per Download über regelmäßige Newsletter bis hin zur Schaffung einer zentralen Plattform zum gegenseitigen Austausch. Die Veröffentlichung der Smartphone-App im kommenden Herbst ist ein direktes Resultat des konstruktiven Feedbacks der ersten Floßfahrt.

 

Mit entsprechend tatkräftig hochgekrempelten Ärmeln ging es in diese zweite Diskussionsrunde. Und auch bei den nun anwesenden Mitgliedern kristallisierte sich schon nach wenigen Wortbeiträgen ein gemeinsames Hauptanliegen heraus: Verbesserung der vereinsinternen Kommunikation, ergänzt um stärkere Außenkommunikation, insbesondere in Form gemeinsamer Projekte. „Angesichts seiner 100 Mitglieder liegt beim ATB noch immer viel ungenutztes Potential“, merkte Stadtführer Thomas Ostwald an und kritisierte zugleich die Abschaffung der Hansetage zugunsten von Konzepten wie dem Trendsportsommer. Carsten Graf von der PDS-Bank stimmte zu und verwies auf sein berufsbedingtes Denken im Bereich des Digitalen: „Da gibt es zahlreiche ungenutzte Möglichkeiten.“ Eine gemeinsame Plattform sei ein wichtiger Schritt. Gerne stelle er auch sein geschäftliches Netzwerk zur Verfügung – beispielsweise durch Organisation eines Web-Seminars zur Einführung in die kommende Smartphone-App.

 

Nicht immer sei es einfach, der Chef-Etage den direkten Nutzen einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft im ATB zu vermitteln, gestand Mario Sorrentino (Hotel Mercure) und wünschte sich eine bessere Außenkommunikation und sichtbare Projekte. Und Meike Rase von Busunternehmen Mundstock verwies auf die vielen möglichen Synergieeffekte zwischen den Mitgliedern. Hier müsse aber sicher auch mehr Eigeninitiative folgen; eine App könne nicht alle Probleme lösen. Irina Juchimenko vom Vienna House Easy schlug eine stärkere Präsenz im Bereich Social Media vor und ergänzte, dass sie viele Neuigkeiten aus dem ATB, wie beispielsweise das Erscheinen einer App, bisher oft gar nicht oder nur sehr verspätet erreichen würden.

 

Hier setzte Edgar Wernhardt mit der Vermutung ein, dass es seinem Eindruck zufolge oftmals aber auch schlichtweg ein Mangel an Kommunikation innerhalb der jeweiligen Häuser und Mitglieder sei. Es müsse auch generell mehr Eigeninitiative seitens der Mitglieder folgen; die Verantwortung könne nicht ausschließlich bei der Geschäftsstelle und beim Stadtmarketing liegen, dafür seien schlichtweg nicht die Kapazitäten vorhanden. BSM und ATB-Vorstand könnten immer nur Anreize schaffen, nicht aber in jedem Einzelfall bilateral vermitteln.

 

Bedenken gab es auch hinsichtlich der Frage, wie sehr die Stadt Braunschweig tatsächlich hinter dem ATB steht. So hat Physiotherapeut Manfred Kitzing den Eindruck, der Verein und sein Engagement würden von offizieller Seite immer noch eher stiefmütterlich behandelt. „Bei Oberbürgermeister Markurth stehen wir inzwischen definitiv sichtbar auf der Agenda“, nahm ihm Nina Bierwirth seine Bedenken. Derzeit lasse das Stadtmarketing zudem ein Tourismuskonzept erstellen, das im September vorliegen werde. Dann müsste auch seitens der Stadt ein deutliches Signal und entsprechend finanzielle Mittel folgen.

 

Jüngstes Mitglied im ATB ist der freiberufliche Journalist und erfahrene Netzwerker Falk-Martin Drescher. Er lobte das Netzwerk des ATB, sah aber ebenfalls noch viel ungenutztes Potential: Man müsse noch deutlicher nach außen gehen und verstärkt in Formaten arbeiten, dabei generell etwas mutiger sein und auch mal ergebnisoffen experimentieren. Abschließend wünschte sich Wieslaw Puzia eine rege Teilnahme an der App und verwies auf den ATB-Spieleabend am 28. Oktober bei Hidden in Braunschweig.

 

Dies alles war natürlich wieder nur ein Teil der Themen, die an diesem Abend in freundschaftlicher Atmosphäre auf der Oker diskutiert wurden. Und es ist sicher, dass der Vorstand sich die Kritik wie immer zu Herzen nimmt und Taten folgen lässt. Spannend wird sein, in wie weit die in Kürze erscheinende Smartphone-App tatsächlich einen spürbaren Beitrag zur allseits gewünschten Verbesserung der Kommunikation leist. Spätestens bei der nächsten Floßfahrt im Sommer 2020 wird man es gewohnt unverblümt von den Mitgliedern erfahren.

 

– Stephen Dietl

 

// Zurück